22.07.2026   

Eine klassische Holzständerwand mit OSB-Beplankung und nur einer Lage Standard-Rigips dahinter ist für eine Hauptverteilung brandschutztechnisch hochkritisch und in der Regel unzulässig. Da OSB-Platten und die Holzständer als „normalentflammbar“ (Baustoffklasse B2) gelten, birgt eine direkte Montage der brandgefährdeten Hauptverteilung auf dieser Konstruktion ohne ausreichende Kapselung extreme Risiken. 

 

Das Problem bei OSB + 1 Lage Rigips

 

  • Thermische Trennung fehlt: Eine einzelne Lage Standard-Gipskarton (GKB) schützt das darunterliegende, brennbare Holz bei einem Kurzschluss oder Lichtbogen in der Hauptverteilung nicht ausreichend vor der Entzündungstemperatur.
  • Mischkonstruktionen: Holz und Gips arbeiten bei Feuchtigkeit und Wärme völlig unterschiedlich. Risse in den Fugen einer einlagigen Beplankung sind vorprogrammiert. Tritt Rauch oder Feuer durch diese Risse aus, brennt sofort das Holzständerwerk.
  • Keine F30/F90-Zulassung: Einlagiger Standard-Gipskarton auf OSB besitzt für diesen Einsatzzweck kein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis (abP) als Brandschutzbekleidung.

 

Fachgerechte Lösungen für die Holzständerwand

 

Um die Hauptverteilung sicher und normgerecht auf oder vor dieser Wand zu platzieren, müssen Sie das brennbare Holz brandschutztechnisch abschirmen (Kapselkriterium):

 

  • Option 1: Doppelte Beplankung mit echten Feuerschutzplatten (GKF/DF)
    Ersetzen oder überdecken Sie die einfache Rigipsplatte durch mindestens zwei Lagen Rigips Feuerschutzplatten (Typ DF / GKF) in jeweils 12,5 mm oder besser 15 mm Stärke. Die Stöße der Platten müssen zwingend versetzt angeordnet und vollständig mit Rigips Fugenspachtel verspachtelt werden.
  • Option 2: Spezielle Holzbau-Brandschutzplatten
    Verwenden Sie robuste, faserverstärkte Spezialplatten wie die Rigips Riduro oder Gipsfaserplatten (z. B. Rigidur H), die speziell für den Brandschutz im Holzbau zertifiziert sind.
  • Option 3: Montage eines zertifizierten Brandschutzgehäuses
    Anstatt die gesamte Wand umzurüsten, können Sie die Hauptverteilung in einen speziellen Brandschutz-Verteiler- oder Leergehäuseschrank (z. B. Brandschutzklasse EI30 oder EI90) setzen. Dieser kapselt die Brandlast autark von der Holzwand ab.

 

Wichtig für die Leitungsdurchführungen

 

Hauptverteilungen führen zwangsläufig viele Kabel durch die Wand. Jedes Loch in der Gipskarton- und OSB-Schicht zerstört den Brandschutz. Alle Kabeldurchführungen müssen zwingend mit zugelassenen Brandschutzschotten, Brandschutzkissen oder Brandschutzkitt nach der Leitungsanlagen-Richtlinie (MLAR) rauch- und feuerdicht verschlossen werden.

 

Zulässiger Aufbau mit Fermacell
Hinter einer Hauptverteilung empfiehlt sich eine Kombination aus Holzwerkstoff (für die Stabilität von Schrauben/Dübeln) und einer Brandschutzplatte, sofern die Mindestabstände nach DIN VDE 0100-520 eingehalten werden. 
  • Trägerschicht (optional): OSB-Platte (mindestens 18-22 mm) zur mechanischen Befestigung von Kabeltrassen und Verteilern.
  • Brandschutzbeplankung (zwingend erforderlich): Mindestens eine Lage Fermacell Gipsfaser-Platte (Baustoffklasse A2, nicht brennbar) mit einer Stärke von 12,5 mm oder 15 mm auf die OSB-Platte aufschrauben.
  • Alternativ - Premium-Brandschutz: Die Verwendung von Fermacell Firepanel A1 (Baustoffklasse A1) oder Fermacell Aestuver. 

 

 

Quelle Internet